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06.08.2024

Blutgruppe 0 - Erkenntnisse und Praxis

Was bedeutet das Blutgruppenmodell für Menschen mit Blutgruppe 0 – insbesondere für Ernährung, Bewegung und Verdauung? In diesem Beitrag beschreibe ich die Grundgedanken des Modells und meine Beobachtungen aus mehr als 20 Jahren Praxis. Entscheidend bleibt dabei immer, wie der einzelne Mensch auf Lebensmittel und Belastungen reagiert.
Von: Dagmar J. Braniek
Gesammelte Heilkräuter und Kräutertee in der Natur

Sie ist die dominierende Blutgruppe der Menschheit.

Forscher rekonstruierten z.B. anhand der Neandertaler, dass diese bereits vor 43.000 Jahren nachweislich darüber verfügten. Menschen dieses Typus sind geborene Jäger. Robust, athletisch, kraftvoll, körperlich und geistig beweglich. Sichtbar wird dies auch in einem kräftigen Körperbau. Ihr Profil zeichnet sich durch Extroversion, Führungskraft, Energie und Zielstrebigkeit aus. Allsamt unverzichtbar in jeder Gesellschaft. Sie besitzen mehr Antigene gegen Krankheitserreger. Das Blut ist flüssiger, was sie weniger anfällig für Gefäßverschlüsse macht. In ihren Körpern schlagen kräftige, gesunde und aktive Herzen. Der 0 - Typ liebt es Menschen um sich herum zu haben und weiß mit ihnen umzugehen. Der geborene Führer. Er ist ehrgeizig, aufgeschlossen und trägt sein Herz auf der Zunge. Was andere über ihn denken, kümmert ihn nicht.

Stress, Emotionen und Bewegung

Stressreiche Situationen und Dauerstress lassen die Emotionen in Menschen des 0 - Typs schnell überkochen. Sie handeln instinktiv – Angriff oder Flucht. In der heutigen Zeit kann dies zur Irritationen führen und ist nicht immer ein Segen, wie noch vor Jahrtausenden. Völlig überzogene Wutanfälle, Ärger und Hyperaktivität können die Folge sein. Da eine starke synergistische Beziehung zwischen der Ausschüttung von Dopamin und ausgeprägten Gefühlen der Belohnung, Verstärkung und des Glücks besteht, ist der 0 – Typ, wenn er übermäßig zornig, deprimiert, gelangweilt oder müde ist, besonders anfällig für destruktive Verhaltensweisen. Das können Süchte unterschiedlichster Art und das Verlangen nach starken Reizen sein. Darum hat ein körperlicher Ausgleich in Form von erschöpfendem , anspruchsvollem, intensivem Training mehrmals wöchentlich, am besten in der Natur, höchste Priorität. Zumal der heutige Arbeitsalltag der meisten Menschen im Büro stattfindet ist der 0 – Typ körperlich unterfordert, was zu o.g. Reaktionen führt. Die Anfälligkeit für Stress wird zudem durch kohlehydratreiche Ernährung beeinflusst.

Ernährung, Getreide und Beobachtungen aus meiner Praxis

Der 0 – Typ lädt sich am besten mit tierischen Proteinen auf. Daneben hilft ihm gegartes Gemüse, das wenig Kohlehydrate enthält. Die ketogene Ernährung ist daher für ihn besonders effektiv und reguliert einen gleichmäßigen Stoffwechsel. Möchte ein 0 – Typ abnehmen wird er damit leicht und schnell erfolgreich sein. Im Alltag ist es eine Herausforderung, sich ´artgerecht ‘zu ernähren. Nahrungsmittel aus dem Bereich Fast Food bringen häufig eine geballte Ladung Weizen oder Vollkorn mit sich, was es dem 0 – Typ erschwert genug Energie für sein vielfältiges Leben herauszuziehen und stoppt zudem die Fettverbrennung. Ein jahrelanger Konsum von glutenhaltigen Lebensmitteln kann dem 0 – Typ seine gesamte Kraft nehmen. Statt schlank und stark wird er träge und baut Rettungsringe an. Besonders das Fett zwischen den inneren Organen kann sich bei ihm zur Begünstigung von Diabetes und Bluthochdruck auswachsen. Aus meiner Praxis kann ich berichten, dass Menschen dieses Typs endlich nicht mehr unter Blähungen, Durchfällen und drohender Zöliakie leiden, wenn sie aufhören (Vollkorn) Brot, Knäckebrot und jegliche anderen Getreide zu sich zu nehmen. Das Mikrobiom heilt aus. Sie nehmen leicht ab, Müdigkeit schwindet sie und fühlen sich wieder wohl mit ihrem Körper.

Wasser und Stoffwechsel

Wasser spielt bei Typ – 0 eine besondere Rolle. Der Körper besteht zu 70% daraus und verliert bis zu drei Liter täglich durch Stoffwechselprozesse, Schweiß und Sport. Lebensnotwendig ist es für alle Blutgruppen, doch Typ – 0 benötigt besonders viel davon. Das liegt an seinem Stoffwechsel, der auf Hochtouren arbeitet, wenn genügend Wasser zur Verfügung steht. Er profitiert von Quellwasser, dass über den Tag verteilt getrunken wird, denn der Organismus kann Wasser nicht speichern. Der Zellstoffwechsel nutzt es, um Abfall und Giftstoffe zu entsorgen. Ist dies nicht der Fall kommt es z.B. zu Verklebungen des Bindegewebes und Anlagerungen in der Lymphe. Blutkreislauf, Hormonsystem und vegetatives Nervensystem sind ebenfalls darauf angewiesen.

Mahlzeiten und Stressausgleich im Alltag

Meine Arbeit besteht nicht darin, Menschen möglichst viele Gesundheitsregeln mitzugeben. Eher das Gegenteil. Ich möchte Zusammenhänge sichtbar machen. Ernährung, Bewegung, Stress, Verdauung, Schlaf, Lebensumstände und körperliche Reaktionen existieren nicht unabhängig voneinander. Genau deshalb gefällt mir auch Kneipps Gedanke, Pflanzen nicht als isolierte Lösung zu betrachten. Ein Spaziergang durch die Natur kann wunderbar sein. Aber er löst nicht automatisch chronische Überforderung. Und keine Heilpflanze kann dauerhaft ausgleichen, wenn wir die Signale des Körpers konsequent ignorieren. Gesundheit entsteht selten durch einen einzelnen Trick. Das gilt für Ernährung genauso wie für Kräuter. Bei meinen Naturtrainings in und um Weimar vermittle ich deshalb neben Bewegung und Mental Coaching auch Wissen über heimische Kräuter und ihre traditionelle Verwendung. Wenn wir durch Weimarer Parks oder über Wanderwege gehen, kann es durchaus passieren, dass wir mitten im Training stehen bleiben, weil am Wegesrand etwas wächst, das einen genaueren Blick verdient. Für mich gehören solche Momente ganz selbstverständlich dazu.

Kräuterwissen bedeutet auch Selbstwirksamkeit

Wenn ich Menschen draußen Pflanzen zeige, passiert oft etwas Interessantes: Sie beginnen selbst zu suchen. Beim nächsten Spaziergang kommt plötzlich die Frage: „War das nicht die Pflanze, die du mir gezeigt hast?“ Genau diese Neugier finde ich wertvoll. Man konsumiert nicht mehr nur Informationen, sondern beginnt selbst wahrzunehmen, zu vergleichen und zu lernen. Das ist ein Grundgedanke, der sich durch meine gesamte Arbeit zieht: Ich möchte Menschen nicht dauerhaft abhängig von meinen Empfehlungen machen. Ich möchte, dass sie in die Selbstverantwortung kommen. Dass sie ihrem Körper tatsächlich die nötige Aufmerksamkeit schenken und Mindset, Ernährung und Bewegung wieder als Einheit betrachten lernen. Und manchmal eben auch das zu achten, was direkt vor ihren Füßen wächst. Wer eine Pflanze einmal selbst erkannt, berührt und gerochen hat, begegnet ihr anders. Man beginnt, Jahreszeiten wieder wahrzunehmen. Man sieht, welche Pflanzen bevorzugt an bestimmten Standorten wachsen und wie schnell sich eine Landschaft innerhalb weniger Wochen verändert. Das ist für mich ebenfalls Gesundheit: nicht ständig etwas zu konsumieren, sondern wieder etwas wahrzunehmen.

Fazit: Die Apotheke am Wegesrand neu sehen

Heilkräuter sind für mich ein Stück Naturwissen. Sie erzählen von jahrhundertelanger Erfahrung, von Inhaltsstoffen, von Jahreszeiten und davon, wie eng der Mensch einmal mit seiner Umgebung verbunden war. Ich finde Pflanzen faszinierend genug, ohne ihnen Eigenschaften zuzuschreiben, die wir nicht belegen können. Traditionelles Wissen darf Tradition bleiben. Für mich geht es nicht darum, sich zwischen alten Überlieferungen und modernen Laborwerten entscheiden zu müssen. Auch Wissenschaft beginnt mit Beobachtung. Vielleicht ist genau das die schönste Verbindung zwischen alter Kräuterkunde und meinem heutigen Verständnis von Gesundheit: aufmerksam hinschauen, neugierig bleiben und nicht jede Behauptung ungeprüft übernehmen. Dieses Wissen weiterzugeben macht mir Freude. Deshalb kann es bei meinen Trainings in der Natur passieren, dass wir nicht nur über Muskeln, Stoffwechsel oder Bewegung sprechen, sondern plötzlich vor einer Pflanze stehen bleiben. Und manchmal endet dieser Weg später sogar mit einer selbst zusammengestellten Tasse Tee. Weniger, weil Gesundheit in einer Teetasse steckt. Sondern weil Gesundheit auch damit beginnt, wieder genauer hinzusehen und die eigene Selbstwirksamkeit zu spüren. Bei Führungen durch Weimarer Parks und auf Wanderwegen verdienen die Pflanzen – und auch so manches Insekt – mindestens ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Sehenswürdigkeiten, neben denen sie wachsen.

Natur nicht nur durchqueren – sondern wieder sehen

Bei meinen Outdoor-Terminen in Weimar und Umgebung verbinden wir Bewegung, Körperwissen und Natur. Und manchmal entdecken wir dabei Pflanzen und Tiere, an denen andere einfach vorbeigehen.

Über die Autorin

Dagmar J. Braniek
Expertin für „Schöner wohnen im eigenen Körper“ Autorin · Consultant · Personal Trainerin
Seit über 20 Jahren begleitet Dagmar J. Braniek Frauen dabei, die Signale ihres Körpers zu verstehen und Gesundheit selbstbestimmt zu gestalten. Sie verbindet Physiologie, Ernährung, Bewegung und mentale Klarheit zu einem individuellen, alltagstauglichen Ansatz. Ihr Leitgedanke: Wer den eigenen Körper versteht, kann bessere Entscheidungen für sich treffen.

Fragen und Antworten:

Kann jeder Heilkräuter selbst sammeln?
Grundsätzlich kann man viele heimische Pflanzen selbst sammeln. Voraussetzung ist jedoch, dass die Pflanze zweifelsfrei bestimmt werden kann und der Standort geeignet ist. Bei Unsicherheit sollte eine Pflanze nicht verwendet werden.
Sind Heilkräuter automatisch ungefährlich?
Nein. Auch Pflanzen enthalten wirksame Substanzen. Je nach Pflanze, Dosierung, Vorerkrankung oder Medikamenteneinnahme können unerwünschte Wirkungen und Wechselwirkungen auftreten.
Worin unterscheidet sich traditionelles Kräuterwissen von moderner Phytotherapie?
Traditionelles Wissen beruht häufig auf langjähriger Anwendung und Überlieferung. Moderne Phytotherapie untersucht zusätzlich Inhaltsstoffe, Dosierungen, Sicherheit und Wirksamkeit mit wissenschaftlichen Methoden. Nicht jede traditionelle Anwendung ist deshalb automatisch wissenschaftlich bestätigt.
Bereite ich selbst Kräutertees zu?
Ja. Ich sammle teilweise selbst Kräuter und stelle auch eigene Teemischungen zusammen. Dabei stehen für mich Wissen, sichere Pflanzenbestimmung, bewusste Auswahl und Genuss im Vordergrund.
Spielen Kräuter auch im Coaching eine Rolle?
Vor allem bei meinen "Naturtrainings". Wenn uns geeignete Pflanzen begegnen, zeige und erkläre ich sie. So verbinden sich Bewegung, Naturerlebnis und Wissen ganz selbstverständlich miteinander.